Au revoir, Paket, auf Wiedersehen.
23 Januar 2008
Das letzte mal werden heute ein paar Zeilen dem Monsterkarton gewidmet, weil er ist jetzt nämlich abgeholt. Gestern Abend zu später Stunde haben Francoise und ich den Koffer noch die Treppen hinab gehieft. Das Problem ist nämlich, dass Francoise heute in PAris ist und ich den Koffer, dem Fahrer selbständig übergeben muss und der Gleiche nicht bezahlt wird, um in den 2 Stock zu steigen. Smoti haben wir den Karton schon gestern im Flur posizioniert, damit ich ihn heute nicht alleine tragen muss. Diese schreckliche Prozedur verbrauchte vielleicht 3 Minuten, weil wir außerdem versuchten recht Rückengerecht vor zu gehen und uns dann ein bisschen kabbelten, wer rückwärts die Treppe hinunter steigt. Unter viel Kicher, gewuchte, geächze, gestolper und wieder zurecht gerücke gelangten wir dann unten an. Heute nun, bin ich extra nicht zum Nachmittagsunterricht gegangen, um den Karton abgeben zu können. Das Unternehmen gibt nämlich keine Uhrzeit an, sondern kommt einfach so vorbei und holt den Koffer ab. Mit Staunen, Neid und Scham sah ich dann, wie der “Paketman” mir die Bescheinung für die Abholung in die Hand drückte, den Koffer regelrecht in die Luft warf, auf seine Schulter stellte, mit der anderen Hand die Haustür aufmachte und leichten Schrittes davon marschierte. Welche Klasse. Gleichzeitig, aber bin ich auch froh, dass Francoise und ich gestern besonders viel Klebeband um das Paket wickelten, denn wenn noch mehr solcher “Paketmänner” existieren, dann wird mit dem Karton bestimmt nicht zimperlich umgegangen.

Meine Lehrer holen auf…
14 Januar 2008
Tja, sie holen auf und sie überholen links. Irgendwie werden sie alle total eifrig mir noch in letzter Sekunde 1000 Aufgaben zu geben, jeden Test mitschreiben zu lassen und sich nochmal intensiv um mich zu kümmern, bevor sie mich nach Deutschland zurück lassen. All die Wissenslücken, die ich Schulisch gesehen in dem halben Jahr angesammelt haben müssen nun gestopft werden.
So schimpfte mein französisch Lehrer heute mächtig, dass ich Zadig von Voltaire nicht gelesen hatte, obwohl wir das Buch schon seit 1 Monat behandeln und er immer wusste, dass ich es nicht gelesen hatte. Nun gut, dann aber im Test fiel ihm keiine andere Aufgabe für mich ein uns so musste ich aus dem Stehgreif ( in den verbleibenden 15 Minuten, er hatte sehr lange nachgedacht) eine Argumentation Pro-Contra zu dem Thema “Muss man Prosa lesen” führen. Mir wollte partout nichts einfallen. Keine Argumente, nur sehr wackelig. Also, seit ihr kreativer? Würde mich mal interessieren warum ihr sagt, dass man Prosa lesen MUSS oder nicht.
Mascha
8 Januar 2008
Woah, Woah, Woah, Woah, Woaaaah… der große Tag meines Gymnastiktuniers rückt näher und ich werde immer nervöser. Nervöser, leider nicht motivierter oder zuversichtlicher. Das liegt vielleicht daran, dass ich ín dem kurzem Tunierkostüm aussehe, wie eine blau-weiß gestreifte Presswurst und mich eben so unelegant über die Matten wälze. Das ich die Sprugkombinationen immer noch nicht hinbekomme und wir noch eine Trainingsstunde haben. Ach, was kommt man da immer ins träumen, wenn man die GROßEN im Fernsehen sieht, wie sie locker die Beinchen schwingen. Alle ganz einfach. Mh, oder eben nicht.
Ansonsten geht natürlich die Schule weiter. In Englisch behandeln wir immer noch Oscar Wildes Stück “The importance of beeing Ernest” und in Mathe werde ich immer noch gerne von der Lehrerin geärgert. Mein Mathematisches Selbstbewusstsein war eigentlich noch nie so im Keller. Wenn ich einen Test mitschreiben muss, vergehe ich jedes Mal fast vor Scham, da ich so im Durchschnitt 2 von 10 Aufgaben löse und nicht mal darüber kann sich dann die Lehrerin freuen.
Weiterhin bin ich mal wieder krank und hatte so Zeit ein bisschen in dem Gedichteband von Mascha Kaleko zu stöbern. Mir gefällt ihr Stil unglaublich gut und deshalb werde ich hier mal eins wieder geben:
Aus dem Leben eines EinzelgängersEinen Tagedieb
Schelten mich die Nachbarn
Doch ich
Schon früh
Im Schweiße meines Angesichtes
Säge an dem Ast, auf dem ich sitze,
Überprüfe meine brachliegenden Äcker und
Werfe fleißg
die Flinte ins Korn.
Schlägt es dreizehn
Löffle ich fromm
die Suppe aus, die ich mir
Eingebrockt habe, und beiße zufrieden
In den sauren Apfel.
Ein gutes Gewissen ist der beste Koch.
Kommt Besuch,
Setze ich die Herren
Gemütlich zwischen zwei Stühle,
Die Damen in Verlegenheit und
Mich selbst in die stets bereiten
Brennesseln.
Zu festlichen Gelegenheiten
Schlage ich dem Faß den Boden aus und
Schlachte die Henne, die die goldenen Eier legt.
Carpe Diem!
Das heißt: Nütze den Tag!
Endlich Feierabend.
Ich lege mich auf die wohlverdiente
Bärenhaut, falte die Hände
In den Schoß und
Träume
Von aller Tage Abend.
Ist das nicht genial? Ich finde es einfach klasse, wie einfach sie die Sachen auf den Punkt bringt und wie ironisch/ leicht sie sich auch mit ernsteren Themen befasst.


