Jetzt bin ich schon seit 2 Tagen und ein paar Stunden wieder zu Hause? Oder etwa nicht? Wo ist denn mein zu Hause? Wo wohne ich denn? Was ist denn ein zu Hause?

 Bisher habe ich natürlich zum „Zuhause“ immer dort gesagt, wo ich mit meiner Familie wohnte, aber wo wóhnt denn meine Familie jetzt? Wer ist denn meine Familie jetzt? Es ist unglaublich, wie ich innerlich hin und her gerissen bin, zwischen der Liebe zu meiner „echten“ Familie in Deutschland mit meinen Eltern, meinen Geschwistern und der Liebe nach Frankreich zu meiner Gastmama und meinen Freunden. Ich bin jetzt endlich zu Hause in Deutschland, da wo ich mich 5 Monate lang sehnsüchtig hingewünscht habe und nun bin ich nicht einmal sicher, ob ich hier wirklich sein will, denn ein Teil wäre jetzt auch gerne in Frankreich, ein Teil von mir ist sogar noch in Frankreich.

Kaum einen Satz kann ich ausschließlich auf deutsch sprechen und immer wieder schlüpfen mir französische Wörter oder Ausdrücke mit hinein. Wie sehr mein Gehirn auf französisch programmiert war, fällt mir erst jetzt richtig auf. Als ich heute morgen ins Bad ging, um meine Haare zu waschen, kam es mir plötzlich sehr bizarr vor, sie übers Waschbecken zu halten und mich nicht vor die Wanne zu knien, wie ich das seit 5 Monaten gewohnt war, ja sogar von meinem Zimmer aus weiter zum Bad laufen zu  müssen als normal kam mir komisch vor. Und dann immer wieder die Gefühle und Erinnerungen, die hochkommen, wenn ich ein Lied höre, eine Videoaufnahme sehe, mit Jemandem einen Mail schreibe und Francoise, die ihr schreibt, dass mein Zimmer jetzt so leer ist. MEIN Zimmer? Eigentlich war das ja Mal ihr Zimmer!

Zuhause bin ich jetzt glaube ich in Deutschland, aber nur, weil ich nicht so schnell nach Frankreich zurück kann. Zu Hause ist man überall. Es gibt kein festes zu hause. Man ist dort zu hause, wo man sich wohl fühlt, wo man erwünscht ist, wo Jemand auf einen wartet, wo etwas auf einen wartet. Meine Familie sind natürlich mein Eltern und Großeltern und Geschwister, aber auch Familie ist ein dehnbahrer Begriff für mich geworden. Man kann ja schließlich auch einen wild fremden Menschen adoptieren und plötzlich ist er Familie. Nun, ich habe auch ein paar Menschen adoptiert, symbolisch gesehen und nun ein große Familie, die sich über 2 Länder erstreckt.

Letzter Tag

26 Januar 2008

Jetzt meine letzten Stunden in Frankreich. Nun heißt es wirklich, von allem Abschied nehmen. Es ist seltsam, denn als ich heute Morgen aufgewacht bin, hat mich die Erkenntnis, dass ich bald nicht mehr aus diesem Bett steige und nicht mehr in die Schule fahre und nicht mehr diese Leute sehe, wie ein Schlag getroffen. Für ein paar Sekunden hat es mir regelrecht die Luft genommen und dann bin ich von schrecklicher Panick befallen worden, weil ich es nicht aufhalten kann. Die Stunden und Minuten verinnen und in meiner französischen Sanduhr, die meine Tage zählt, sind nur noch wenige Körner übrig. Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, dass das mit dem Leben ja nicht anders ist. Dass jede Stunde die verstreicht von meiner Lebenszeit abgezogen wird und dass ich dort noch weniger dagegen tun kann, denn wenn ich aus dem Leben abgefahren bin, ist die Chance zurück zu kommen noch geringer und zumal noch nicht ein Mal bewiesen. :(

Nun gut, es stand viel an für heute. Zum Beispiel mussten wieder ein Mal alle Kartons und Koffer neu gepackt werden und um ehrlich zu sein, hing das Francoise und mir schon tierisch zum Halse raus. Das wäre dann jetzt nämlich das 5te- Mal, dass wir alle Koffer, Kartons und das Handgepäck neu packten, um am Ende dann wieder fest zu stellen, dass ein Koffer zu schwer war oder etwas übrig blieb. Außerdem traf ich mich noch mit 3 Mädchen aus meiner Klasse (Camille, Celine, Samantha) um mich von ihnen zu verabschieden. Wir traffen uns vor der Schule und gingen dann in ein Cafe, um noch ein letztes Mal in Ruhe zu reden. Dabei, um den Abschied leichter zu machen, lernte ich noch ein paar richtig nette Leute kennen und ärgerte mich schwarz, nicht schon vorher mit den dreien weggegangen zu sein.

Am Abend hielt Francoise für mich dann noch 2 Überraschungen bereit. Na ja, eigentlich 3, wenn man die mitzählt, dass wir einen neuen Koffer brauchte, weil der alte zu klein war und nicht zu ging. Die anderen beiden dann, waren ein paar kleine Abschiedgeschenke, bestehend aus einem Kochbuch (für Anfänger :( ) und einer hübschen Blumenkette von Blanche. Als dritte Überraschung war ein Restaurantbesuch gebucht worden, im Croix russe, bei den „Mademoiselles de Rocheforts. Mit dem Restaurant hatte es etwas ganz besonderes auf sich. Es war ziemlich klein, ein Raum mit roten Wänden. Darin befanden sich nun die Tische und die Bar, sowie allerhand alter Krimskrams. Das war nämlich das, wofür sie berühmt waren: Ihren Kitsch. Im Grunde war jedes einzelne Stück nciht kitschig, sondern eher ein Meisterwerk, aber dadurch, dass sich alles in einem Raum befand, war es total überladen und kitschig. (Natürlich mit Absicht so designet). Auf der Toilette zum Beispiel sangen Vögel und man dachte man tauchte in einen Dschungel ein. Lauter Efeu und Pflanzen an den Wänden, alte Bilder und eine Mutter Maria-Skulptur neben der anderen. Fantastisch. Im Hauptraum dann ebenfalls, ein Kronleuchter neben dem anderem, alte Puschel-Tischlampen, Bilder und Vasen. Das Essen war, nebenbei gesagt, ebenfalls ausgesprochen lecker.

Horror…

18 Januar 2008

Pia ist jetzt weg. Weggangen, weggefangen … gerade eben habe ich ihr noch zugewunken, habe sie fest gedrückt und weinend noch Mal in ihren Pullover gerotzt. Das letzte was ich von ihr gesehen habe, war wie sie am U-Bahneingang stand und mir hinter her sah. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass jetzt wo Pia weg ist, mein Austausch beendet ist. In Frankreich waren wir IMMER zusammen. Pia ist Teil meines Austausches gewesen, ein Teil von Frankreich. Dadurch, dass sie weg ist, fehlt der Teil. Es gibt ein Loch und weil ich das nicht mehr sehen will, muss ich hier weg.

Es ist schrecklich, wenn ich daran denke, was ich verloren habe. Ich werde schrecklich sentimental, aber ein Austausch ist so brutal. Man wird aus seiner Welt gerissen, in eine völlig fremde hinein gesetzt, man wird unter Leute gemischt und muss in einer Sprache reden, die einem so gar nciht geläufig ist. Kaum hat man sich dann eingewöhnt, kaum hat man begonnen alles zu lieben, an alles sein Herz zu hängen, sich fest zu binden, wird man wieder heraus gerissen und wieder in eine völlig neue gesetzt. Das Schlimmste, aber an der neuen Welt ist, dass sie so tut, als wäre es die alte, aus der man vor 6 Monaten ausgezogen ist. Alles hat sich verändert, will dir aber vorgaukeln, dass es noch das Alte ist. Du musst dich wieder neu eingewöhnen und dann kommt die Zerissenheit dazu. In meiner Welt in Frankreich ( um das Ganze jetzt Mal persönlich zu machen) sehnte ich mich immer nach Deutschland und bald in Deutschland werde ich Frankreich schrecklich missen. Schon jetzt kann ich ja kaum Fotos von Pia und mir ansehen ohne ganz traurig zu werden und mir alles zurück zu wünschen. Pia war sowieso gar nicht in den Austausch eingeplant. Sie macht den Abschied ja nur noch schwerer, denn natürlich wissen wir, dass wir uns in Deutschland immer wieder sehen können, aber es wird nicht das Gleiche sein. Auch wenn ich später nach Frankreich zurück komme: Es wird nciht das Gleiche sein.

Ich werde nicht in die Schule gehen, ich werde viele meiner heutigen Freunde nicht mehr treffen, ich werde nicht jeden Montag mit Pia auf der rue de la republique spazieren gehen, wir werden uns nie mehr sorglos nach Hause sehen und Sale-Shopping machen, wie die Verrückten. Ich werde nicht mehr bei ihr übernachten und sie nicht mehr bei mir. Wir werden uns nicht mehr gemeinsam nach Hause sehnen und über die Franzosen ärgern. Nichts mehr werden wir machen, denn wenn wir das nächste Mal nach Frankreich kommen, sei es auch wieder in unsere Gastfamilien, werden wir trotzdem nur Besucher sein.

Es tut so unglaublich weh, die Zelte ab zu brechen und alle Bindungen zu lösen.

Und das Schwarz beginnt

15 Januar 2008

So heute war dann das erste Mal abschied nehmen angesagt und wehmütig wird mir dabei. Es war zwar nur meine Option Englischlehrerin, aber es beginnt nun mal. Ich gehe in den Endspurt, meine letzten 2 Wochen und Pia fährt sowieso schon am Freitag. Mein Austausch läuft aus und ich habe mich heute zum ersten Mal verabschiedet.

Gleichzeitig habe ich das Gefühl, nochmal richtig intensiv zu leben. Ich komme noch mal mehr aus meinem Zimmer, zwinge mich öfter zu Unternehmungen, beteilige mich wieder aktiver, weil ich mir auch immer sage, dass es vielleicht das letzte Mal ist, dass ich das tue und das ich es später nicht bereuen will meine Zeit vergeudet zu haben. Ich betrachte mir die Straße genauer, um sie mir nochmal gut ein zu prägen, höre den Menschen besser zu und beobachte sie länger, um sie nicht zu vergessen und ihre Stimmen und Manien/ Gesten, länger im Kopf zu behalten. Ich schieße Fotos, wie der rasende Reporter persönlich, um auch wirklich alles, aber auch alles in meine deutsche Welt mit zu nehmen und nichts so schnell zu vergessen.

Der eigentlich so „ausgenudelte“Spruch: „Lebe jeden Tag, als wäre es der Letzte“, über den man nur noch den Kopf geschüttelt hat, weil man ihn an jeder Ecke hört, bekommt nun eine ganze andere Bedeutung. Ich lebe jeden Tag, weil es SIND meine Letzten.

Tja, sie holen auf und sie überholen links. Irgendwie werden sie alle total eifrig mir noch in letzter Sekunde 1000 Aufgaben zu geben, jeden Test mitschreiben zu lassen und sich nochmal intensiv um mich zu kümmern, bevor sie mich nach Deutschland zurück lassen. All die Wissenslücken, die ich Schulisch gesehen in dem halben Jahr angesammelt haben müssen nun gestopft werden.

So schimpfte mein französisch Lehrer heute mächtig, dass ich Zadig von Voltaire nicht gelesen hatte, obwohl wir das Buch schon seit 1 Monat behandeln und er immer wusste, dass ich es nicht gelesen hatte. Nun gut, dann aber im Test fiel ihm keiine andere Aufgabe für mich ein uns so musste ich aus dem Stehgreif ( in den verbleibenden 15 Minuten, er hatte sehr lange nachgedacht) eine Argumentation Pro-Contra zu dem Thema „Muss man Prosa lesen“ führen. Mir wollte partout nichts einfallen. Keine Argumente, nur sehr wackelig. Also, seit ihr kreativer? Würde mich mal interessieren warum ihr sagt, dass man Prosa lesen MUSS oder nicht.  

Es ist nicht einmal Freitag, der 13 und doch ging heute so einiges schief. Es war ja der große Tag meiner Aufführung. Das Show-Down so zu sagen, auf welches ich schon seit gut 3 Monaten hin arbeite. Ich bin ziemlich früh aufgewacht und sofort motiviert aus dem Bett gesprungen, was ja eigentlich nicht so meine Art ist und damit eindeutig meinen Streß demonstriert. Dann sofort geduscht, präpariert, Anzug angezogen und Francoise hatte wahrscheinlich noch nicht Mal vom Aufstehen geträumt, da wäre ich schon gerne ins Auto gestiegen und los gefahren. Erst ein Mal aber, als kleine böse Überraschung, kam ein Freund, Michelle, auf einen Morgenkaffee vorbei und Francoise hatte ihn total vergessen. Er brachte eine super leckere Galette mit, so wie eigentlich alle Besucher im Februar und so begannen wir schon den Tag recht fettig. Gegen ca. 11 Uhr fuhren wir dann los. Es war fantastisches Wetter und die Sonne schien. Francoise konnte ihr Auto überreden 110 auf der Autobahn zu fahren, obwohl da schon ganz schön die Fenster klapperten und so rasten wir dem Süden entgegen. Es ging durch ziemlich viel Industriegelände und all die Schornsteine sahen ein bisschen aus, wie verlassene Riesenhäuser. Wie immer fanden wir die Turnhalle nicht gleich, sondern kurvten 4 Mal durch den Ort, um dann zu erfahren, dass wir auch die Halle schon 4 Mal umkurvt hatten, aber solche Sachen sind ja immer schrecklich schlecht ausgeschildert. Bei der modernität der Halle und der Professionalität, wie all die Geräte aufgebaut waren und die Richter im Anzug an weiß gedeckten Tischen dahinter saßen, wurde mir richtig schlecht. Ich fand bald die Anderen und gemeinsam mit ungefähr 50 000 anderen Leuten machten wir uns dann warm. Es klappte alles ziemlich gut und ich glaube das lag an all dem Adrenalin, was durch meine Adern geschoßen wurde, aber ich entwickelte regelrecht ungeahnte Kräfte und stemmte mich am Barren hoch, wie noch nie. Als aller letztes mussten wir uns nur noch unsere Startplätze holen und in die Halle zum turnen marschieren, doch vorher sollte für mich noch die große Bomben platzen.

Ich durfte nicht starten.

Jetzt im Nachhinein klingt das für mich alles, wie ein schlechter Film, ein böser Traum. All das, dass ich seit Monaten trainiert hatte, dass ich mich gedehtn habe ( auch in den Ferien ), dass ich riesen Stress wegen der Musik hatte, dass ich mir ein Kostüm organisiert habe, dass ich zu dieser blöden Halle gefahren bin, mich warm gemacht habe und gerade dabei war in die Halle zu laufen. Das ich all das gemacht habe und nun doch nicht starten durfte. Dass ich all das umsonst unternommen habe, weil mein Lehrer vergessen hat meine Daten den Tunierleuten zu zu senden. Ich war mächtig geknickt. Es ging nicht so sehr darum, dass ich nun nicht platziert wurde, sondern dass es eine schöne Erfahrung gewesen wäre. Dass alle anderen die Möglichkeit habe später am Tunier teil zu nehmen und gerade ich, die diese Möglichkeit nicht hat, nicht starten durfte. Dass ich nciht mitmachen durfte, weil mein Lehrer mich einfach vergessen hat. Es ist unheimlich enttäuschend. Auch das Francoise mit mir dahin gefahren ist, es war mir fast peinlich vor ihr. Es kommt ja auch mächtig blöd. Geht man dann hin und sagt: „ok, ich bin jetzt aufgewärmt, wir können wieder nach Hause“. Francoise hat es natürlich auch unendlich leid getan für mich und  im Grunde habe ich mich schneller wieder beruhigt als sie. Sie wollte mich unbedingt wieder aufmuntern und mir was Gutes tun und es ist unglaublich, aber wahr, sie hat mir doch tatsächlich vorgeschlagen mit dem „grande rou“ zu fahren. Pff, Francoise, darauf bin ich lieber nicht eingegangen. Wie kann man die eigene Angst nur so ignorieren, die Todesangst.

Wir sind dann also ins „Croix russe“ gefahren, ein Viertel von Lyon, welches für seine Künstler bekannt ist. Früher einmal war es wohl das Arbeiterviertel und ziemlich herunter gekommen, darum auch lange nicht so angesagt, wie das 6te, in welchem ich zur Schule gehe. Ich persönlich finde dabei, Croix russe viel interessanter, abgesehen davon, dass die Wohnpreise heute auch da immens sind. Es liegt auf einem Berg und geht von der Rhone aus, einen Hügel hoch. Aus diesem Grunde hat man eine fantastische Aussicht. Die Straßen sind meist sehr klein, Gassen, verschlungen und steil. Wunderschön und sehr niedlich, eigentlich. Man könnte es an einigen Stellen sogar mit den Hackschen Höfen in Berlin vergleichen, nur, dass es nicht so schön und renoviert ist. Um mich weiter auf zu muntern hat francoise dann darauf bestanden mich in ein Restaurant ein zu laden. Ah, das war so lecker. Das Restaurant war im Grunde ein kleines niedliches Cafe, gerade erst eröffnet und hat alles selbst gemacht. Da wir noch keinen richtigen Hunger hatten, haben wir eben gebruncht und das war die perfekte Entscheidung. Das Essen begann mit einem frisch gepresstem Orangensaft, dann einer selbst gemachten Gemüsesuppe, einem Schinken-Käse-Sandwich auf dicken Vollkornbrot und im Ofen überbacken. Mh. :) Dann zum Nachtisch ein Gebäck, wie ein Schokomuffin in Vanillesoße. Es hat sich wirklich gelohnt disqualifiziert zu werden.

 

Heute ist der Hamster ( Canabis ) von Blanche gestorben. Blanche hat sie bekommen, bevor sie zu mir ´nach Deutschland gekommen ist und eigentlich hat sie dem Hamster das Leben gerettet, denn ihre verrückte Freundin ( die jetzt nicht mehr ihre Freundin ist) wollte das arme Tier im Klo herunter spülen. Das hat Blanche aber zum Glück mit bekommen und den Hamster zu sich genommen. Erst hat er dann in St Symphorien gewohnt, aber nach Deutschland ist er in Lyon geblieben. Canabis war ein ziemlich lustiges Tier, welches sehr gerne mit Menschen zusammen war und gerne in dem rundem durchsichtigem Ball durch die Räume rannte. Dann war sie aber alt und da dieses Wochenende ihre Körpertemperatur stark gefallen ist, konnte nicht ein Mal der Tierarzt etwas machen. Die alte Plastikkugel hat dafür einen Ehrenplatz in Blanches Regal.

canabis.jpg

Almi lernt singen

19 September 2007

Ich habe mir gedacht, dass es wohl mal an der Zeit wäre, Almi ein paar ordentliche deutsche Lieder beizubringen und sie war auch gleich mit Feuereifer dabei. Als erstes hat sie das Affenlied gelernt, für alle die es nicht kennen, hier den Text:

Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt,
die ganze Affenbade brüllt:
Wo ist die Kokosnuss, wo ist die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut?

Der Affenonkel welch ein Graus, reißt alle Urwaldbäume aus,
die ganze Affenbande brüllt:
Wo ist die Kokosnuss, wo ist die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut?

Also, ein recht anspruchsvolles, literarisch wertvolles Lied, aber für Almi genau das richtige mit nicht zu schweren Vokabeln. Sie konnte, dann auch gar nicht mehr aufhören mit dem Singen, hat unendlich oft wiederholt, hat sich korrigieren lassen und hat am Ende stolz, wie ein König, jedem der es hören wollte oder nicht, erzählt, dass sie jetzt ein deutsches Lied kann.

Mir hat auch noch nie etwas so viel Spaß gemacht, wie Almi das Lied beizubringen. Es gibt wirklich nichts schöneres, als wenn sie mit stärksten französischem Akzent losträllert, supermotiviert mit dem Kopf im Takt nickt, in der Mitte den Text vergisst, panisch weiternickt, wieder ein steigt und kleine, aber wunderbar niedliche Fehler macht, wie:

Der Affenonkel macht den Graus, reißt alle Urwaldbäume aus.

Urwaldbäume ist noch dazu, dass schwierigste Wort für sie bei dem sie sich, ach wie oft die Zunge verknotet hat. Trotzdem, Almi gibt nicht auf und wo sie jetzt ihre Leidenschaft für deutsche Lieder entdeckt hat, lernt sie gerade eifrig an dem Elefantenlied:

Was müssen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren gehen,
ohne sich zu stoßen?
Links sind Bäume, rechts sind Bäume und dazwischen Zwischenräume,
wo die großen Elefanten spazieren gehen, ohne sich zu stoßen !