A la croisee des monde
6 Januar 2008
Also heute ist das wieder nicht geworden mit dem Croix russe. Wir hatten es uns ja fest vorgenommen, aber erstens hat Francoise vergessen mich für den markt, dort, zu wecken und dann hat es immer noch in Strömen gegpßen und wir haben die Besichtigung auf nächstes Wochenende verschoben. Dann kann ich euch also mehr über das wunderhübsche Künstlerquartier berichten.
Ganz untätig sind wir heute aber trotzdem nicht geblieben. Angefangen haben wir mit einer Kunstausstellung in der neuen Galerie (, die ich schon Mal mit Francoise besucht hatte). Die Ausstellung zeigte kein einziges richtiges Gemälde sondern war dominiert von Skizzen, Versuchen und Fehlerzeichnungen. Es hat mir unheimlich gut gefallen. Die Themen waren vor allem Menschen und Natur. Besonders gut haben mir Federzeichnungen gefallen. Die Zeichnungen wirken dadurch so zart und verletzlich und es ist mir außerdem absolut ein Rätsel, wie man so klein und fein mit einer Feder zeichnen kann. Der Titel der Ausstellung war “Le plaisir au dessin” ( was soviel heitßt, wie Der Spaß am Zeichnen oder die Freude am Zeichnen). Im Grunde bin ich ja kein großer Kunstausstellungsfan, aber mit Francoise muss man das einfach lieben. Wenn sie da vor einem gemälde steht auf dem nur 3 Striche und 2 Kleckse in Schwarz sind und dabei die Freude in ihren Augen, an solcher einer Schönheit sieht, wenn man hört, wie sie begeistert seufzt und enthusiastisch “Ah, comme c’est beau” ( wie ist das schön) ruft, dann muss man es einfach auch mögen. Wenn sie dann noch beginnt zu erklären, dann werde aus den 3 Strichen und 2 Klecksen Welten. Dann beginne ich sogar Bäume und Menschen und Universen zu sehen. Deshalb gehe ich immer mit, wenn Francoise mir eine Ausstellung zeigen will. Nur deshalb.

Am Abend dann sind wir alle zusammen mit Jean-Marrie, einem “Kumpel” von Francoise ins Kino gegegangen und haben uns den Film ” Der goldenen Kompass” ( a la croisee des monde) angesehen. Ich fand ihn wunderschön. Obwohl, das kleine Mädchen, welches die Hauptrolle hatte, meiner Meinung nach, schlecht gespielt hat, war der Film einfach nur atemberaubend. Die Bilder waren wunderschön und alles so, wie ich es mir beim Lesen des Buches vorgestellt hatte. Es war irre schön gemacht und ich kann den Film eigentlich wirklich nur weiterempfehlen.
Francoise ist berühmt
2 Januar 2008
Heute habe ich dann ein bisschen mehr über die Arbeit von Francoise erfahren und war auch das erste Mal in ihrer Bibliothek. Vorher aber ging es erst Mal ins Schwimmbad, um die Kultur mit Körperkultur ein zu leiten. Das Bad liegt gleich um die Ecke und es ist eigentlich schade, dass ich es vorher noch nicht entdeckt hatte. Es ist ganz neu, frisch renoviert und klein. Es hat eine Schwimmbahn von vielleicht 25×15 Meter Breite und ist innen komplett mit Holt getäfelt. Riesige bodentiefe Fenster lassen schön die Sonne herein scheinen und es sind nur ganz wenig Leut da. Ich habe mir überlegt, dass es eigentlich eine recht angenehme Alternative gegenüber dem abendlichem ver dem Compter gehocke ist. Ziemlich zufrieden mit unserer ersten sportlichen Leistung nach dem Weihnachtsessen-Marathon, gingen Francoise und ich dann weiter in Ríchtung U-Bahn Gratte-Ciel. Auf dem Weg passierten wir eine riesige Graffittiwand namens “Villeurbanne Coast”. Es gab einige richtige Kunstwerke, die von echtem Talent und Können zeigten und mich, wie auch Francoise in echtes Erstaunen versetzten. Ich finde so eine Wand sowie so super. So können sich die Sprayer legal mal richtig ausleben. Weiter ging es dann in Richtung U-Bahn, aber vorher zeigte mir Francoise noch eine kleine Einkaufsstraße. Es ist eigentlich verrückt. Da wohne ich hier schon seit 4 3/4 Monaten und hatte überhaupt keine Ahnung, dass diese Straße existiert und in meinen letzten Wochen taucht sie dann auf und erweist sich als super praktisch und hätte bestimmt ab und zu eine gute Alternative zum La part Dieu abgegeben. Ich war ziemlich überrascht und die Straße bot so ein schönes Bild. Das lag nicht nur daran, dass sie von Platanten gesöumt war und ganz ruhig mit nur wenigen Passanten, sondern auch an ihrerer Architektur. Das, so erklärte mir Francoise, wären die typischen Gratte-Cieltürme, erbaut in den 30 Jahren und kopiert von den Wolkenkratzern in New York. Die Architekten von Villeurbanne wären schon immer sehr modern gewesen und fortschrittlich. So passiert man also, wenn man die Straße betritt die beiden riesigen Türme, die, wie ein Tor, den Eingang makieren. Dahinter, im gleichen Stil folgen kleinere Türme. An der Straße sind alle großen Marken zu finden, wie Monoprix, Nafnaf oder Etam. Das Ende markiert das, ebenfalls sehr große, Bürgermeisterhaus, welches sich in seiner Architektur sehr an den Stil der Sowjetunion anlehnt. Von all dem habe ich nichts gewusst. Villeurbanne erschien mir immer als kleiner, ein bisschen ärmlicher Vorort von Lyon, der gekennzeichnet von den vielen Hcohhäusern ist und nun stellte er sich, als wahre Kulturstätte heraus. Wir gingen dann nämlich weiter, wo mir Francoise in einem einfachen Parkhaus ein Buchstabensäule von vielleicht 20 Metern Höhe zeigte, die ein Freund von ihr entworfen hatte. Weiter auf dem Weg dann kaufte sie ein typisches Weihnachtsgepäck zum kosten für mich, welches eine frittierte Teigplatte mit sehr viel Zucker, also sehr köstlich war. Den Namen habe ich mir nicht gemerkt. Endlich sind wir dann in die U-Bahn eingestiegen und zum La part Dieu gefahren, neben dem sich gleich die Bibliothek befindet, in welcher wiederum Francoise arbeitet. Dort wollte sie mir schon seit einer Ewigkeit ihre Ausstellung zeigen und ich begriff dann heute, beim Ansehen eben diers Ausstellung, was sie eigentlich so arbeitete. Ich hatte immer eine völlig falsche Vorstellung von der Ausstellung gehabt und mir ein bisschen vorgestellt, dass sie von der größe einem Museum gleich kommt, aber in Wahrheit, beschränkte sie sich auf einen Flur, der noch Mal um die Ecke ging. Das Thema der Ausstellung war, die Natur ein bisschen auszutricksen und die Gesetze zu wiederlegen. So wurden zum Beispiel Fotos von Männerköpfen gezeigt, die schwul waren, aber noch keine Geschlechtsoperation gemacht hatten. Sie waren in dem Moment des Fotos also weder richtig Frau, noch richtig Mann. Die Fotos waren wunderschön. Riesig groß und in Schwarz-weiß. Betrachtete man sie zuerst, rief man sofort, ah eine Frau, aber wenn man dann genauer hinsah, stutze man. War das da nicht ein Bartschatten? War das nciht eine recht männliche Nasenpartie? Wirkte das Lächeln nicht ein bisschen masuklin? Weiterhin waren eigentliche Models gezeigt. Sehr junge Mädchen, auch wieder nur die Köpfe und in schwarz weiß. Man sah ihnen ihre Modelerfahrung an, doch auch da bemerkte man beim genaueren betrachten, dass sie eigentlich noch alle sehr kindlich waren. Auch sie ließen sich also nicht genau definieren. Es gabe dann noch weitere Filme und Fotos und alles in allem war ich total begeistert von der Ausstellung. Ich hätte sogar große Lust, sie mir nochmal an zu sehen. Francoises arbeit war nun gewesen, erst einmal die sich ein Thema zu suchen und dann 2 Künstler zu finden, deren Arbeiten passen. Mit den Künstlern absprachen zu treffen, Werke aus zu suchen, Werke zu verändern, Vorschläge zu machen und das ganze natürlich noch zu präsentieren. Das alles war ihr, meiner Meinung nach, wunderbar gelungen.


