Letzter Tag
26 Januar 2008
Jetzt meine letzten Stunden in Frankreich. Nun heißt es wirklich, von allem Abschied nehmen. Es ist seltsam, denn als ich heute Morgen aufgewacht bin, hat mich die Erkenntnis, dass ich bald nicht mehr aus diesem Bett steige und nicht mehr in die Schule fahre und nicht mehr diese Leute sehe, wie ein Schlag getroffen. Für ein paar Sekunden hat es mir regelrecht die Luft genommen und dann bin ich von schrecklicher Panick befallen worden, weil ich es nicht aufhalten kann. Die Stunden und Minuten verinnen und in meiner französischen Sanduhr, die meine Tage zählt, sind nur noch wenige Körner übrig. Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, dass das mit dem Leben ja nicht anders ist. Dass jede Stunde die verstreicht von meiner Lebenszeit abgezogen wird und dass ich dort noch weniger dagegen tun kann, denn wenn ich aus dem Leben abgefahren bin, ist die Chance zurück zu kommen noch geringer und zumal noch nicht ein Mal bewiesen.
Nun gut, es stand viel an für heute. Zum Beispiel mussten wieder ein Mal alle Kartons und Koffer neu gepackt werden und um ehrlich zu sein, hing das Francoise und mir schon tierisch zum Halse raus. Das wäre dann jetzt nämlich das 5te- Mal, dass wir alle Koffer, Kartons und das Handgepäck neu packten, um am Ende dann wieder fest zu stellen, dass ein Koffer zu schwer war oder etwas übrig blieb. Außerdem traf ich mich noch mit 3 Mädchen aus meiner Klasse (Camille, Celine, Samantha) um mich von ihnen zu verabschieden. Wir traffen uns vor der Schule und gingen dann in ein Cafe, um noch ein letztes Mal in Ruhe zu reden. Dabei, um den Abschied leichter zu machen, lernte ich noch ein paar richtig nette Leute kennen und ärgerte mich schwarz, nicht schon vorher mit den dreien weggegangen zu sein.
Am Abend hielt Francoise für mich dann noch 2 Überraschungen bereit. Na ja, eigentlich 3, wenn man die mitzählt, dass wir einen neuen Koffer brauchte, weil der alte zu klein war und nicht zu ging. Die anderen beiden dann, waren ein paar kleine Abschiedgeschenke, bestehend aus einem Kochbuch (für Anfänger
) und einer hübschen Blumenkette von Blanche. Als dritte Überraschung war ein Restaurantbesuch gebucht worden, im Croix russe, bei den “Mademoiselles de Rocheforts. Mit dem Restaurant hatte es etwas ganz besonderes auf sich. Es war ziemlich klein, ein Raum mit roten Wänden. Darin befanden sich nun die Tische und die Bar, sowie allerhand alter Krimskrams. Das war nämlich das, wofür sie berühmt waren: Ihren Kitsch. Im Grunde war jedes einzelne Stück nciht kitschig, sondern eher ein Meisterwerk, aber dadurch, dass sich alles in einem Raum befand, war es total überladen und kitschig. (Natürlich mit Absicht so designet). Auf der Toilette zum Beispiel sangen Vögel und man dachte man tauchte in einen Dschungel ein. Lauter Efeu und Pflanzen an den Wänden, alte Bilder und eine Mutter Maria-Skulptur neben der anderen. Fantastisch. Im Hauptraum dann ebenfalls, ein Kronleuchter neben dem anderem, alte Puschel-Tischlampen, Bilder und Vasen. Das Essen war, nebenbei gesagt, ebenfalls ausgesprochen lecker.