Und das Schwarz beginnt

15 Januar 2008

So heute war dann das erste Mal abschied nehmen angesagt und wehmütig wird mir dabei. Es war zwar nur meine Option Englischlehrerin, aber es beginnt nun mal. Ich gehe in den Endspurt, meine letzten 2 Wochen und Pia fährt sowieso schon am Freitag. Mein Austausch läuft aus und ich habe mich heute zum ersten Mal verabschiedet.

Gleichzeitig habe ich das Gefühl, nochmal richtig intensiv zu leben. Ich komme noch mal mehr aus meinem Zimmer, zwinge mich öfter zu Unternehmungen, beteilige mich wieder aktiver, weil ich mir auch immer sage, dass es vielleicht das letzte Mal ist, dass ich das tue und das ich es später nicht bereuen will meine Zeit vergeudet zu haben. Ich betrachte mir die Straße genauer, um sie mir nochmal gut ein zu prägen, höre den Menschen besser zu und beobachte sie länger, um sie nicht zu vergessen und ihre Stimmen und Manien/ Gesten, länger im Kopf zu behalten. Ich schieße Fotos, wie der rasende Reporter persönlich, um auch wirklich alles, aber auch alles in meine deutsche Welt mit zu nehmen und nichts so schnell zu vergessen.

Der eigentlich so „ausgenudelte“Spruch: „Lebe jeden Tag, als wäre es der Letzte“, über den man nur noch den Kopf geschüttelt hat, weil man ihn an jeder Ecke hört, bekommt nun eine ganze andere Bedeutung. Ich lebe jeden Tag, weil es SIND meine Letzten.