Pia ist wieder da .
5 Januar 2008
Pia ist wieder da. Lange habe ich gewartet, damit sie aus ihrem Urlaub zurück kommt und wir endlich die Erlebnisse austauschen können. Ich wollte ihr unbedingt einige meiner Weihnachtsgeschenke zeigen und natürlich wissen, wie es ihr so zu Silvester, Weihnachten etc. erging. Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, sie in den paar ferienwochen schon zu vermissen, obwohl wir uns insgesamt erst nur so kurz kennen und uns vor allem schon bald wieder trennen müssen. Ein Austausch ist eigentlich auch immer eine recht brutale Sache. Man kann nichts unternehmen, niemanden betrachten ohne den Gedanken im Hinterkopf, dass man all das irgendwann, schon sehr bald, verlieren wird. Es schmerzt in die Klasse zu gehen, die Gesichter zu betrachten und sich vor zu stellen, wie man in 4 Wochen einfach aus ihrem Leben verschwindet und sie nehmen vielleicht nur 1-2 Tage Notiz davon. Es ist grausam in einen Park zu fahren oder ein Museum zu besuchen und zu sagen, dass war das erste und letzte Mal, weil bald fahre ich wieder ab. Man beneidet all die, die hier bleiben können. Nie wieder wird es so sein wie heute und gestern. Ich könnte meine folgenden Frankreichbesuche mit Pia abstimmen ( um wieder aufs Thema zurück zu kommen), aber nie wieder werden wir gemeinsam zur Schule gehen, in der Kantine sitzen und über das Essen meckern. Nie wieder auf dem Pausenhof nach ihr Ausschau halten, weil ich es leid bin alleine zu stehen, nie wieder am Montag die rue de la Republique hinunter spazieren. Das wird es nicht mehr geben und ich werde auch nicht mehr in meinen Gymnastikclub gehen. Pessimistisch, wie ich bin, bin ich auch relativ überzeugt davon, dass ich zu gut, wie alle Kontakte, außer zu meiner Familie, schnell wieder verlieren werde. Und Pia- Pia verliere ich auch wieder. Ich kann sie ja anrufen und ihr E-Mails schreiben, aber die meiste Zeit wird sie mit ihren Leuten in Bochholt verbringen und ich mit meinen in Berlin. Das ist brutal, aber als ich die Verträge von Voltaire unterschrieb wusste ich das und zwischendruch hatte ich immerhin, die Zeit meines Lebens.
