Frankreich, ich komme

28 Juli 2007

1. Mein Programm

Nach Frankreich komme ich mit dem Programm Voltaire. Es ist eigentlich eines der „richtigen“ Austauschprogramme, da man dort wirklich ausgetauscht wird. Blanche hat jetzt von Februar bis August bei mir gewohnt und nach einer kleinen Pause fahre ich bis Februar zu ihr. Ich finde diese Austauschidee ziemlich gut, denn so hat man auch die Möglichkeit seinem Austauschpartner die eigene kleine Welt zu zeigen. Voltaire lässt einen ansonsten recht „allein“, was ich persönlich nicht so schlimm finde. Es kümmert sich nur um Versicherung und die gröbsten Sachen. Wir haben zum Bsp. Infoblätter mit Tipps, Regeln und Dingen, die man beachten muss, bekommen. Außerdem gab es ein kleines Vorbereitungsseminar, aber die Anfahrt und das Datum der Hin- und Rückreise müssen selbst geplant werden. Ach ja, und ein kleines Stipendium bekommen wir auch noch. Für Kulturelles, sprich Kino, Museum, Ausflüge, Schulsachen und derlei Dinge. Ich bin schon echt gespannt, wie es mir in Frankreich so ergeht.

Eifelturm, na was denn sonst für Frankreich ;)

2. Vorbereitungen

Na ja, also bis jetzt leider kaum. Bin zwar schon total aufgeregt, aber besonders viel erledigt habe ich noch nicht. Keine Koffer gepackt, keine Geschenke gekauft und noch viel weniger das Französisch aufgefrischt. Meine einzigen vorbereitenden Taten waren bis jetzt mich schon mal von allen Freunden zu verabschieden und einen „Heimatkarton“ anzulegen. Das heißt ein Pappkarton in den alle Kleinigkeiten rein geworfen werden, die unbedingt mit nach Frankreich müssen. Zum Beispiel: 7 deutsche Bücher—ein Radiergummi in Schokoladentafelform— eine Handcreme — ein Tagebuch — eine Packung Kekse — ein Duschgel — mein Wörterbuch ( ah, ohne es würde ich wahrscheinlich sterben), Briefpapier— na ja usw. Alles was man eben in Frankreich so zum Überleben braucht. Ansonsten bereite ich mich eher mental vor, in dem ich mir ständig ausmale, wie es in Frankreich so wird.

Baguette

3. Mein Lycée

Also in Frankreich gehe ich auch in die 11 Klasse, werde aber nicht den gleich Kurs, wie Blanche beleben. Sie wird sich in Litteraire abmühen und ich werde mein Glück in “ Economie Sociale“ versuchen. Ja, versuchen, denn vor der französischen Schule gruselt es mich am meisten. Es gibt ja auch Nachmittagsunterricht, was ich von der Schule hier ja überhaupt nicht gewöhnt bin und besonders viel verstehen werde ich vom französischen Unterricht bestimmt auch nicht. Außerdem, geht es dort bestimmt ein bisschen strenger zu oder was heißt ein bisschen, was Blanche mir so alles erzählt, da muss ich mich wohl ein bisschen umstellen. Französische Lehrer werden wohl noch viel mehr als Respektperson angesehen, als deutsche und weniger als Freunde. Und wehe, jemand kommt mal zu spät. Meine allergrößte Angst ist auch, dass ich meine Klasse verliere und dann den Raum suchen muss. Vielleicht noch in eine falsche Klasse reinplatze und dann zu spät komme. Ich kann ja nicht einmal eine richtige Ausrede hervorbringen. So viel zu meinen Ängsten, aber ich freue mich auch auf die Schule. Ist man dort schon den ganzen Tag heißt das ja gleichzeitig, dass man auch den ganzen Tag seine Freunde sieht und die große Mittagspause stelle ich mir auch sehr lustig vor und sollte dann wirklich mal etwas richtig schief gehen, erbarmt sich doch bestimmt auch ein französischer Schüler.

Lycée Edouard Herriot

4. Voyage

Also, mein Papa und meine Schwester bringen mich mit dem Auto. Lyon liegt ja auf Höhe südliche Grenze der Schweiz, nicht weit von den Alpen. Die Fahrt dauert so ca. 15 Stunden, aber wir übernachten zwischendurch einmal bei Papas Studienfreund in der Schweiz. Fliegen wäre natürlich auch schön gewesen. Ich liebe fliegen, aber dann wäre meinem Gepäck natürlich weitaus schneller eine Grenze gesetzt und somit hat sich das Fliegen erledigt. Ich habe nämlich vor, so gut wie alles aus meinem Zimmer mitzunehmen.

koffer.jpg

5. Zu guter letzt …

werde ich mal probieren meinen jetzigen Gemütszustand zu beschreiben. Zuerst freue ich mich schon total (wie ja auch schon mehrfach angedeutet ^^). Ich male mir ständig aus, wie es wird. Stelle mir Situationen vor, zum Beispiel die Familie und ich beim Abendbrot, ich in der Schule, Blanche und ich beim Sightseeing in Lyon. Dann werde ich sofort ganz nervös, weil ich ständig an das große Hindernis, die Sprache denken muss. Dann wiederum beruhige ich mich und rufe mir in Gedächtnis, dass das unter anderem ja der Grund ist, warum ich nach Frankreich fahre. In anderen Momenten bin ich einfach nur glücklich, weil mir ganz besondere Möglichkeiten offen stehen. Ich darf in ein fremdes Land fahren, ich werde neue Sitten und Bräuche kennen lernen. Ich kann mir mal vorstellen, wie mein Leben ausgesehen hätte, wenn ich in einer französischen Familie geboren worden wäre und ich habe die einmalige Chance meine Sprache mal wirklich intensiv voran zu treiben. Hihi. Also, ich habe wirklich unheimliches Glück und ich denke dafür kann man es verschmerzen, mal ein halbes Jahr die Familie nicht zu sehen oder die Freunde oder das Pferd. Schließlich gibt es ja Internet, Telefon und Post, die jedem (außer meinem Pferd natürlich) zugänglich sind. Apropos Briefe: Ich freue mich schon sehr darauf in Frankreich ein paar Briefe zu bekommen, denn ich mag Briefe schreiben eigentlich mehr als mailen oder telefonieren, auch wenn es etwas teurer und aufwendiger ist.

Brief

6. Als wirklich Allerallerletztes:

Hier ein kleiner Filmausschnitt des wohl besten und bekanntesten französischen Films aller Zeiten: Die fabelhafte Welt der Amelie. Ah, ich könnte ihn mir 100 Mal ansehen und verfalle immernoch ins schwärmen. Die Musik und die Handlung und der Ort und die Schauspieler! Durch die Reihe einzigartig und wirklich – fabelhaft.

4 Responses to “Frankreich, ich komme”

  1. Sylvia Says:

    Liebe Lydi,
    deine Seite ist echt schön.
    Mama

  2. Lea Says:

    Hey Lydi,
    deine Seite ist sehr schön, aber mach dir doch noch einen Hintergrund. :)

    Lea

  3. Blanche Says:

    Deine Seite sieht wirklich schön aus, mein Banana fan.

    Blanche

  4. Sabine Says:

    Naaa, coole Seite.
    Bis dann,
    Sasi

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